„vgl. ebenda“ verstehen und richtig verwenden
Du stolperst beim Schreiben deiner Haus- oder Abschlussarbeit über die Abkürzung „vgl. ebd.“ und fragst dich, ob du das so verwenden darfst? In diesem Beitrag erfährst du Schritt für Schritt, was dahintersteckt und wie du es korrekt einsetzt.
Was bedeutet „vgl. ebd.“ überhaupt?
„Vgl.“ steht für „vergleiche“ und kennzeichnet in wissenschaftlichen Arbeiten ein indirektes Zitat bzw. eine Paraphrase, also eine sinngemäße Wiedergabe fremder Gedanken.
„Ebd.“ ist die Abkürzung für „ebenda“ und bedeutet „am gleichen Ort“, womit dieselbe Quelle wie beim vorherigen Nachweis gemeint ist.
Kombinierst du beides zu „vgl. ebd.„, heißt das: „Vergleiche ebenda“ – also „siehe dieselbe Quelle wie im vorherigen Nachweis, aber sinngemäß wiedergegeben„. Du sparst dir damit eine erneute vollständige Quellenangabe, solange eindeutig ist, auf welche Quelle du dich beziehst.
Wann darfst du „vgl. ebd.“ verwenden?
„Ebd.“ verwendest du nur, wenn sich der neue Nachweis direkt auf dieselbe Quelle wie der unmittelbar vorherige bezieht und keine Verwechslungsgefahr besteht. Das gilt typischerweise, wenn der vorherige Verweis im selben Absatz oder auf derselben Seite steht.
„Vgl.“ nutzt du, sobald du Inhalte nur sinngemäß wiedergibst und nicht wörtlich zitierst. Kombiniert zu „vgl. ebd.“ heißt das also: indirektes Zitat aus derselben Quelle wie beim vorangegangenen Nachweis (mit neuer Seitenzahl, wenn sich die zitierte Stelle im Werk ändert).
„vgl. ebd.“ in der deutschen Zitierweise (Fußnoten)
In der deutschen Zitierweise arbeitest du mit Fußnoten, in denen die vollständige Quelle beim ersten Auftreten und dann verkürzte Formen bei Folgezitaten stehen. Hier kommt „ebd.“ besonders häufig vor, weil es Wiederholungen vermeidet und den Lesefluss verbessert.
Ein typisches Muster sieht so aus:
1. Fußnote (erste Nennung der Quelle):
¹ Max Mustermann: Titel des Werks, 3. Aufl., Ort: Verlag, 2022, S. 13.
2. Fußnote (indirektes Zitat aus derselben Quelle, andere Seite):
² vgl. ebd., S. 17.
3. Fußnote (wörtliches Zitat aus derselben Quelle):
³ ebd., S. 21.
Nutze „ebd.“ nicht zu oft hintereinander, sondern bei größeren Abständen wieder Kurztitel oder Autor + Jahr.
„vgl. ebd.“ in der Harvard-Zitierweise
In der Harvard-Zitierweise stehen die Quellenangaben im Text in Klammern, etwa (Mustermann 2022: 13). Auch hier kannst du „ebd.“ einsetzen, wenn sich zwei direkt aufeinanderfolgende Verweise auf dasselbe Werk beziehen.
Ein Beispiel:
– Erstes indirektes Zitat: Die Studie kam zu folgendem Ergebnis … (vgl. Mustermann 2022: 13).
– Zweites indirektes Zitat direkt danach: Darüber hinaus ergab die Untersuchung … (vgl. ebd.: 17).
– Wörtliches Zitat: „Der Text im Zitat“ (ebd.: 21).
Was ist mit APA-Stil – geht „ebd.“ dort auch?
Im APA-Stil wird „ebd.“ normalerweise nicht verwendet. Stattdessen wiederholst du bei jedem Verweis Autor, Jahr und Seitenzahl, auch wenn du mehrfach hintereinander dieselbe Quelle zitierst.
Mehr zu Zitierregeln findest du in unserem Beitrag APA 7 zitieren oder ganz allgemeine Grundlagen mit allen Beispielen hier: Zitieren nach APA.
Typische Fehler bei „vgl. ebd.“
Häufige Fehler: „ebd.“ wird genutzt, obwohl die vorherige Quelle nicht eindeutig ist oder eine andere Quelle dazwischen steht. Dann ist unklar, auf welches Werk sich der Nachweis bezieht.
Auch problematisch: „vgl. ebd.“ als erste Angabe auf einer neuen Seite oder nach größeren Sprüngen. Hier sind Kurztitel meist verständlicher.
Praktische Checkliste für deine Arbeit
- Der vorherige Nachweis bezieht sich eindeutig auf dieselbe Quelle.
- Der Nachweis steht direkt im Anschluss (gleicher Absatz/Seite).
- Du gibst den Inhalt sinngemäß wieder („vgl.“ kennzeichnet das).
- Du nennst die neue Seitenzahl bei anderer Stelle.
- Dein Zitierstil erlaubt „ebd.“
Fazit für Studierende
„Vgl. ebd.“ ist eine kompakte Möglichkeit für indirekte Zitate aus derselben Quelle. Beachte die Regeln deines Zitierstils und nutze „ebd.“ nur bei klaren direkten Bezügen.
Schau in den Zitierleitfaden deiner Hochschule und nutze die oben verlinkten Ressourcen für Beispiele und Tabellen.


