Wer zuerst kommt, mahlt zuerst – nicht malt zuerst!
Die Redensart „Wer zuerst kommt, malt zuerst“ enthält einen häufigen Denkfehler – korrekt heißt es:
„Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Der Spruch bezieht sich nicht aufs Malen mit Pinsel oder Stift, sondern auf das Mahlen von Getreide in der Mühle: Wer als Erster mit seinem Korn ankam, dessen Getreide wurde auch zuerst gemahlen. Die Redewendung stammt aus dem Mittelalter und wurde im
Sachsenspiegel, einem der frühesten deutschen Rechtsbücher, erstmals schriftlich festgehalten.
Warum ist „Wer zuerst kommt, malt zuerst“ falsch?
Viele verwechseln die Redewendung und denken ans Malen. Das „Mahlen mit h“ steht jedoch für das Mahlen von Korn in der Mühle und symbolisiert die Reihenfolge, in der etwas erledigt wird. Die korrekte Bedeutung wird ausführlich in historischen Quellen erklärt.
Ursprung und Bedeutung des Sprichworts
Ursprünglich war es ein Rechtsprinzip des Mittelalters, das an sogenannten Kundenmühlen galt: Jeder Bauer wurde in der Reihenfolge seines Eintreffens bedient, unabhängig vom sozialen Stand. Vordrängeln war nicht erlaubt. Mehr dazu findest du in der
ursprünglichen Bedeutung der Redewendung.
Heute wird das Sprichwort allgemein verwendet, um auszudrücken, dass derjenige, der zuerst ankommt, zuerst bedient wird – sei es in der Schlange, beim Service oder bei der Nutzung einer Gelegenheit.
Fazit
Die falsche Version „Wer zuerst kommt, malt zuerst“ macht die Redewendung flach und entstellt ihre ursprüngliche Bedeutung. Die korrekte Form „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ steht für Gerechtigkeit und faire Reihenfolge. Wer den Sinn verstehen will, sollte auf das „h“ achten.
Das Sprichwort „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ war ursprünglich ein Rechtsprinzip aus dem Mittelalter – und meinte nie das Malen mit Farben.
Merke: Wer zuerst kommt – mahlt zuerst. Ohne „h“ ist die Aussage falsch und verliert ihren Sinn.


