wie schreibt man eine wissenschaftliche arbeit

Im Laufe der akademischen Ausbildung ist das Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten ein unumgänglicher Bestandteil. Bereits in
der Schule beginnt man mit einfachen Formen wissenschaftlicher Texte, und mit jedem weiteren Studienjahr steigt die Komplexität dieser Arbeiten, bis hin zur Herausforderung einer Dissertation. Der strukturelle Aufbau bleibt dabei durchgehend ähnlich, sei es bei Seminararbeiten, Masterthesen oder Doktorarbeiten. In diesem Artikel werden wir uns eingehend mit den Grundlagen des wissenschaftlichen Schreibens befassen und dir Schritt für Schritt zeigen, wie du deine Arbeit von der Einleitung über den Hauptteil bis zum Schluss effektiv strukturierst. Dazu gehören auch das korrekte Anfertigen eines Literaturverzeichnisses und das Verfassen einer eidesstattlichen Erklärung. Wir leiten dich durch die wesentlichen Regeln und Techniken, die für das erfolgreiche Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit entscheidend sind.

Was kennzeichnet eine wissenschaftliche Arbeit?

Eine wissenschaftliche Arbeit ist mehr als nur ein Text; sie ist eine methodische Ausarbeitung eines Themas, die üblicherweise an Hochschulen oder Forschungseinrichtungen erstellt wird. Der Kern dieses Prozesses liegt in der Erfassung und gründlichen Bearbeitung von Problembereichen, dem sorgfältigen Umgang mit Literatur, der Formulierung präziser Forschungsfragen und oftmals der Durchführung empirischer Untersuchungen. Das Ziel wissenschaftlichen Arbeitens ist es, neues Wissen zu generieren und daher unterliegen solche Texte auch strengeren Kriterien als journalistische Beiträge oder Essays, insbesondere im Hinblick auf Zitierregeln und die methodische Herangehensweise.

Eine typische Struktur einer wissenschaftlichen Arbeit umfasst Einleitung, Hauptteil und Schluss, ergänzt durch ein Literaturverzeichnis und ggf. einen Anhang. Wissenschaftliches Schreiben zeichnet sich durch Verständlichkeit, Klarheit und Prägnanz aus. Es erfordert sprachliche Präzision und die anschauliche Darstellung von Fakten. Während Absolvent:innen bereits Erfahrung im Verfassen solcher Texte haben, benötigen Studierende oft klare Richtlinien für Struktur, Form und Ausdrucksweise. Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass wissenschaftliches Schreiben kompliziert und voller Fachjargon sein muss. In Wahrheit ist jedoch das Gegenteil gefragt: Ein Text ist umso besser, je verständlicher er ist. Aus dieser Prämisse der Lesbarkeit leiten sich alle weiteren Regeln für effektives wissenschaftliches Schreiben ab.

Themenwahl und Recherche

Die Auswahl eines Themas für eine wissenschaftliche Arbeit ist ein entscheidender Schritt im Forschungsprozess. Bei allgemeinen akademischen Leistungen wie Seminararbeiten werden häufig verschiedene Themen vorgeschlagen, während man bei Studienabschlussarbieten wie Masterarbeiten oder Doktorarbeiten in der Regel selbst eines finden und entwickeln muss. Achtet zu Beginn darauf, ein Thema zu wählen, das euer persönliches Interesse weckt, immerhin werdet ihr euch über einen längeren Zeitraum damit beschäftigen.

Um ein passendes Thema zu finden, kann es hilfreich sein, frühere Seminararbeiten oder Vorlesungsnotizen zu überprüfen. Dies kann einen Überblick über interessante Forschungsbereiche geben und eventuell auf ein Gebiet hinweisen, das noch mehr hergibt. Eine umfassende Literaturrecherche zu Beginn hilft dabei, ein fundiertes Verständnis für das potenzielle Thema zu entwickeln. Bei der Themenauswahl sollten mehrere Faktoren berücksichtigt werden: das Interesse des betreuenden Instituts oder der betreuenden Person am Thema, die Relevanz des Themas für den wissenschaftlichen Diskurs und die Machbarkeit der Bearbeitung im Rahmen der Arbeit bzw. Zeit.

Formulieren der Forschungsfrage und Hypothesen

Die Entwicklung einer präzisen Forschungsfrage ist ein weiterer wichtiger Schritt. Diese Frage sollte das Ziel und den Zweck der Arbeit klar umreißen. Eine gute Forschungsfrage ist genau und spezifisch formuliert, grenzt das Thema klar ab und ist forschbar. Sie sollte in Form einer offenen Frage gestellt werden und nicht vage, voraussetzend oder tendenziös sein.

Beispiele für gut formulierte (übergeordnete) Forschungsfragen könnten sein:

  1. Inwiefern beeinflusst Dialekt die Einschätzung der Persönlichkeit der Sprecher:innen?
  2. Welche Rolle spielen soziale Medien bei der politischen Meinungsbildung junger Erwachsener in Europa?
  3. Wie wirkt sich nachhaltiges Tourismusmanagement auf die lokale Wirtschaft in Bergregionen aus?

Hier kann natürlich weiter spezifiziert werden, je nachdem, wie umfangreich die Arbeit sein soll. Hinsichtlich Frage 1 könte man also konkrete Dialekte untersuchen und ihren Einfluss auf die Bewertung bestimmter Persönlichkeitsdimensionen. 

Nachdem die Forschungsfrage festgelegt wurde, ist der nächste Schritt die Formulierung von Hypothesen. Eine Hypothese ist eine vorläufige Annahme, die die Grundlage für die weitere Forschung bildet. Durch die Überprüfung dieser Hypothesen kann die Forschungsfrage umfassend beantwortet werden. Würden wir uns hier also wieder auf die Frage 1 beziehen, könnte eine der Hypothesen lauten: Sprecher:innen des ostfränkischen Dialekts werden mithilfe des Big-Five-Persönlichkeitsmodells anders eingeschätzt als wenn sie Standarddeutsch sprechen. Die Hypothesen ergeben sich meist im Zuge der Literaturrecherche, bei der ihr bereits bestehende Forschungsergebnisse eruiert und eure Annahmen daraus ableiten könnt. Es sei denn, es handelt sich um eine völlig neue Perspektive. Hier können dann ungerichtete Hypothesen hilfreich sein, um in alle Richtungen zu testen.

Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit

Einleitung

Die Einleitung einer wissenschaftlichen Arbeit hat eine essentielle Funktion: Sie weckt das Interesse der Leserinnen, indem sie das Thema einführt und dessen Relevanz im Kontext aktueller Diskussionen hervorhebt. In diesem Abschnitt, der rund 10 bis 15 % der Gesamtlänge der Arbeit ausmacht, wird nicht nur die zentrale Forschungsfrage präsentiert, sondern auch das Ziel der Arbeit – sei es die Beantwortung einer Frage, die Diskussion eines neuen Phänomens oder die Erklärung eines komplexen Themas. Zudem gibt die Einleitung einen Überblick über den Aufbau der Arbeit, indem sie die behandelten Unterthemen skizziert und so einen roten Faden für die nachfolgenden Kapitel setzt. Dadurch dient sie als wichtiger Wegweiser und stellt sicher, dass die Leserinnen von Anfang an eine klare Vorstellung von der Struktur und den Schwerpunkten der Arbeit haben.

Hauptteil

Im Hauptteil einer wissenschaftlichen Arbeit, der etwa 70 bis 80 % des Gesamtumfangs ausmacht, geht es darum, die gestellten Forschungsfragen zu beantworten. Dieser Teil beginnt in der Regel mit einem Überblick über relevante Theorien, Definitionen und Fachbegriffe zum Thema. Wichtig ist hierbei, das Thema klar einzugrenzen und alle notwendigen Fachbegriffe zu erläutern, um eine solide Verständnisgrundlage zu schaffen. Wenn deine wissenschaftliche Arbeit das Thema der künstlichen Intelligenz in  Bildungseinrichtungen behandelt, ist es entscheidend, zentrale Begriffe wie „Künstliche Intelligenz“ und „Bildungseinrichtungen“ präzise zu definieren und zu begrenzen. Eine gründliche Literaturrecherche sorgt für einen umfassenden Überblick über den aktuellen Forschungsstand und stellt wesentliche Theorien und Konzepte vor. Jeder Argumentationspunkt muss logisch aufgebaut sein, sei es chronologisch, nach Relevanz oder nach Unterthemen gegliedert. Alle Informationen müssen selbstverständlich mit Quellen untermauert werden, wobei korrektes Zitierieren der verwendeten Literatur essenziell ist.

Der Hauptteil gliedert sich oft in theoretische und empirische Segmente. Du musst die Überschriften allerdings nicht so betiteln, also z. B. mit „Theoretischer Teil“ und „Praktischer Teil“. Hier muss je nach Thema individuell geschaut werden, was stattdessen passt. In jedem Kapitel und Unterkapitel wird eine in sich geschlossene Einheit behandelt, die auf den vorherigen Teil aufbaut und zur nächsten überleitet. Zum Beispiel könnte ein Kapitel über die Plastkverschmutzung der Meere in weitere Unterkapitel unterteilt werden, die Ursachen sowie wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Folgen detailliert behandeln. Für Abschlussarbeiten ist es üblich, eigene Forschungsmethoden anzuwenden. Hierbei ist es entscheidend, den Forschungsansatz, die Datenerhebung und -analyse klar zu beschreiben und dabei Gütekriterien wie Objektivität, Validität und Reliabilität zu beachten. Die Strukturierung in sinnvoll gegliederte Abschnitte und Absätze ist dabei entscheidend für die Nachvollziehbarkeit und Kohärenz der Arbeit.

Schluss

In einem gelungenen Schlussteil einer wissenschaftlichen Arbeit werden die Kernergebnisse prägnant zusammengefasst und reflektiert. Dabei geht es darum, die Forschungsfrage klar zu beantworten, die Haupterkenntnisse aus dem Hauptteil zu bündeln und die Bedeutung der Arbeit im wissenschaftlichen Diskurs zu verdeutlichen. Eine kurze Reflexion darüber, inwiefern die gesetzten Ziele erreicht wurden, gibt dem Leser oder der Leserin einen Einblick in die Effektivität der Forschungsmethoden und die Stichhaltigkeit der Argumentation. Zusätzlich kann der Schlussteil persönliche Anmerkungen oder Ausblicke auf zukünftige Forschungen enthalten, um das Thema abzurunden. Wichtig ist, dass im Schlussteil keine neuen Informationen oder  Interpretationen eingeführt werden. Der Abschluss sollte wie die Einleitung rund 10 bis 15 % des Gesamtumfangs der Arbeit ausmachen und mit einem prägnanten letzten Satz enden, der die zentralen Aspekte der Arbeit noch einmal hervorhebt und einen
bleibenden Eindruck hinterlässt.

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